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Es ist vieles anders dieser Tage - auch in unserem Gas- und Dampfturbinenheizkraftwerk in Neubrandenburg. Die "Mannschaft" vor Ort ist um gut die Hälfte reduziert. Manche Kollegen bleiben die gesamte Schicht hinter verschlossener Tür. Nicht ganz dringend notwendige Aufgaben sind erst einmal gestrichen. Das alles stellt sicher: Strom und Fernwärme kommen trotz Corona-Krise genauso bei unseren Kunden an wie immer.

Dennis Reincke ist stellvertretender Leiter im Gas- und Dampfturbinenheizkraft. © neu.sw

"Es ist ein komisches Gefühl, weil wir sonst immer in engem Kontakt mit allen Kollegen sind, aber es klappt erstaunlich gut, alle auf dem aktuellen Stand zu halten", erzählt Dennis Reincke, der stellvertretende Kraftwerksleiter. Die Belegschaft ist in zwei getrennte Teams geteilt, die sich nicht begegnen - die einen arbeiten im Kraftwerk, die anderen sind im Home Office oder in Bereitschaft. Beim morgendlichen Rapport stehen die Ingenieure nun weit auseinander, um die Abstandsregeln einzuhalten. Die Schichtmannschaft vom Leitstand wenige Türen weiter ist nur noch per Telefon zugeschaltet. Statt zu dritt oder viert sitzen die Männer dort jetzt zu zweit vor den vielen Bildschirmen, mit deren Hilfe sie das Kraftwerk und alle Nebenanlagen - von der Geothermischen Heizzentrale in der Bachstraße bis zu den verschiedenen Heizwerken - überwachen und steuern. Der Normalbetrieb hat oberste Priorität! Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Kontakte untereinander auf ein Minimum reduziert werden.

Ohne Strom läuft schließlich kein Krankenhaus und keine Supermarktkasse, kein Home Office und kein Fernseher. Und ohne die Wärme, die bei der Stromproduktion entsteht, blieben die Heizungen der meisten Neubrandenburger kalt. neu.sw versorgt rund 80 Prozent der Haushalte in der Stadt mit Fernwärme. 

Zur Not könnten die Männer auch mehrere Tage oder gar Wochen im Kraftwerk übernachten. Alles ist vorbereitet - so wie in vielen anderen Anlagen in Deutschland und Europa auch. "Küche, Dusche - wir sind gut ausgestattet", sagt Dennis Reincke. Betten, Schlafsäcke und Vorräte stehen für den Ernstfall bereit. Von ähnlich bewegenden Zeiten können nur ältere Kollegen erzählen und diejenigen, die schon in Rente sind. Der extreme Schneewinter 1978/79 zählt dazu und auch die Jahrtausendwende, als weltweit ein dramatisches Millennium-Computerchaos befürchtet wurde - das dann allerdings nicht eintraf.


Die Arbeiten am Wärmespeicher kommen trotz Corona-Krise momentan noch gut voran. © neu.sw

Die Corona-Krise dagegen ist real. Wegen ihr wurden einige Aufgaben wie ein Teil der Wartungsarbeiten, die nicht unbedingt jetzt notwendig sind, vorerst verschoben. Andere Projekte gehen weiter, der Bau des Wärmespeichers auf dem Kraftwerksgelände zum Beispiel. Die Absprachen mit den Baufirmen  laufen ebenfalls per Telefonkonferenzen. Die Dämmung an dem 36 Meter hohen Stahl-Koloss ist inzwischen fast komplett, die Arbeiten liegen momentan noch im Zeitplan. Danke deshalb nicht nur unseren Kraftwerkern, sondern auch den Bauarbeitern!
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